Kokain

Im nachfolgendem Text findet Ihr Info`s zu Kokain.

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Kokain ist ein weißes oder gelbliches, flockiges, geruchloses und kristallines Pulver (auch als Stein erhältlich), das bitter schmeckt. Des Weiteren ist Kokain lokalanästhetisch (betäubend an Stellen, an denen es mit Schleimhaut etc. in Kontakt kommt). Der Stoff wird meist mit wirkungslosen Substanzen (wie z.B. Milchpulver), aber auch mit Lidocain, Amphetamin, Ephedrin, usw. gestreckt, um den Profit zu vergrößern.

Kokain wird meist gesnieft, seltener gespritzt oder als Base geraucht. Der Wirkstoffgehalt kann stark variieren (zwischen min. 10% und max. 80%). Szenenamen für Kokain sind: Schnee, Charly, Koka, Koks, Coke, Weißes, Puder, Star und Rocks. Die Spuren des Kokastrauches sind bis 3000 Jahre vor unserer Zeitrechnung zu finden. Als die Spanier als Eroberer Lateinamerikas erkannten, dass ein Arbeiter wesentlich schneller und ausdauernder arbeiten konnte, wenn man man sie die Blätter des Strauches kauen ließ, geriet das vorangegangene Verbot (als teuflische Droge der Inkas) in Vergessenheit.

Die Kokapflanze wächst vorwiegend an den östlichen Hängen der Anden in einer Höhe zwischen 500 und 3500 Metern. Koka wird in Bolivien und Peru angebaut, obwohl er in der dortigen Region fast überall zu finden ist (Chile, Brasilien, Karibik). Auch auf Cylon, in Java, Indien und Afrika wurde Koka erfolgreich angepflanzt. Mitte des 19. Jahrhunderts gelang es, das Hauptalkaloid – von diesem Zeitpunkt an „Kokain“ genannt – zu isolieren. Um 1865 erschienen die ersten kokainhaltigen Getränke, bevor 1886 die „Coca Cola“ in den USA zum Marktführer wurde. Später verordnete der deutsche Arzt „Aschenbrenner“ Soldaten Kokain und erhöhte dadurch ihr Leistungs- und Durchhaltevermögen. Das Kokain erhielt er über die Firma „Merck“.

Noch im zweiten Weltkrieg sind die gewonnen Erkenntnisse aus diesem Experiment in der „Panzerschokolade“ nutzbringend verarbeitet worden. „Coke“ ohne Kokain gab es ab 1903 und das erste Anti-Drogen-Gesetz der USA von 1914 vertrieb das Kokain vom legalen Markt. Fortan wandelte es sich immer mehr zur Luxusdroge. Von nun an wurde es immer öfter gesnieft und fand bald den Weg von Amerika nach Europa, um sich auch hier im Alltag zu integrieren. Nur kurzzeitig, von 1932 bis ca. 1950, wurde Kokain von dem damals auf den Markt gebrachten Amphetamin etwas verdrängt.

Die damals ausgelöste „Speed“-Welle ebbte dann aber mit dem Ende der Aufbauphase in den Industrienationen wieder ab. Der Kokainanbau zieht auch heute noch kleine Kriege nach sich und bestimmt das wirtschaftliche Handeln in Ländern wie Bolivien und Kolumbien. Geldwaschanlagen bzw. -möglichkeiten werden anderen Interessen der Wirtschaft übergeordnet, da sie mehr Profit abwerfen. Durch die Geldwäsche entsteht ein Überschuss an importierten Gütern, die dann zu Schleuderpreisen auf den Markt geworfen werden, so dass sich die Kleinbauern nur mit dem Anbau von Kokain über Wasser halten können. Dies zieht Armut und Verzweiflung nach sich, wenn man bedenkt, dass dann auch noch medienwirksam die Kokafelder der Kleinbauern verbrannt werden, um das Ausland zu beruhigen. Von diesen Aktionen kann sich ein Kleinbauer normalerweise nicht freikaufen, also muss er genug Koka anbauen, um dies tun zu können – ein Teufelskreis.

Der Kokakonsum ist in den Anbauländern weit verbreitet, so schätzt man den Anteil derer, die in den Anden Kokain anbauen und gleichzeitig Koka kauen, auf ca. 90%. Außer dem stimulierenden Alkaloid Kokain, enthält die Pflanze wichtige Vitamine (A, B2 ,C) sowie Kalzium, Eisen und Phosphor.

Wirkungseintritt, Wirkungsdauer und Dosierung:

  • Nasal: Meist wird Kokain gesnieft. Der Wirkungseintritt erfolgt nach etwa 3-5 Minuten und hält ca. 60-75 Minuten (bei häufigerem Konsum wesentlich kürzer) an. Pro „Nase“ ist eine Dosierung von ca. 25mg üblich, jedoch ist es je nach Reinheits- und Beimengungsgrad, Toleranzentwicklung sowie individuellem Bestreben sehr variabel.
  • Intravenös (i.v.): Intravenös wirkt Kokain noch stärker und schneller. Durch das Spritzen erhöht sich nicht nur das Risiko einer Überdosierung, sondern auch die Nebenwirkungen können bei dieser Anwendungsform durch hinzugefügte Streckmittel besonders unangenehm sein. Des Weiteren birgt es ein vielfach höheres Risiko der Infektionsgefahr.
  • Inhaliert: Eine extrem teure Variante ist das Rauchen, weil die dafür benötigte Menge meistens größer ist.
  • Oral: Hierbei wird Kokain ins Zahnfleisch gerieben. Der Rausch hält am längsten an, jedoch kann auch am wenigstens Wirkstoff die Blut-Hirn-Schranke passieren und somit werden die Effekte vom User weniger intensiv erlebt als bei anderen Konsumformen.

Nachweiszeit:

Je nach Häufigkeit und Intensität des Konsums kann Kokain einige Stunden (bis ca. 24 Stunden) im Blut nachgewiesen werden – das Stoffwechselprodukt Benzoylekgonin sogar einige Tage. Im Urin lässt sich Kokain einige Tage lang (ca. 2-4) finden. Bei häufigem Konsum schwellt die Nachweiszeit auf ca. 2-3 Wochen an. Theoretisch ist die Droge in den Haaren zeitlich unbegrenzt nachweisbar.

Risikobedingungen:

  • Die Wirkung abhängig von der Dosis, dem Reinheitsgrad, der Toleranzbildung sowie von Set (innerer Zustand) und Setting (Umfeld) des Konsumenten.
  • Für die Wirkung spielt die Einnahmeart des Stoffes eine wesentliche Rolle.
  • Kokain hemmt die Wiederaufnahme von körpereigenem Dopamin, daher kommt es zu Euphorie, dem Gefühl erhöhter Leistungsfähigkeit, gesteigertem Selbstvertrauen, gesteigerter Risikobereitschaft und Ausgelassenheit.
  • Herabsetzung der Hemmschwelle, einer Erhöhung der Kontaktfähigkeit, starkem Bewegungsdrang, Unruhe, Abnahme der Kritik- und Urteilsfähigkeit sowie Redseligkeit (Logorrhö).
  • Der Konsum von Kokain kann sowohl zur Unterdrückung von Hunger-, Durst- und Müdigkeitsgefühlen, einem erhöhten Blutdruck, erhöhter Körpertemperatur, einer Rötung der Haut, einer veränderten Wahrnehmung beim Sex (potenzfördernd oder auch lustkillend) als auch der Erweiterung der Pupillen führen.
  • Unsicherheit und Angst (bis hin zu paranoiden Anfällen), Störungen im Denkablauf, Kribbeln unter der Haut (Protozoenwahn, Kokainkäfer)
  • Innerer Unruhe, erhöhter Aggressivität, Reizbarkeit, Wahnvorstellungen, Depressionen
  • physischer und psychischer Erschöpfung
  • starken Drang zur Wiedereinnahme (Craving) kommen.
  • Da unter Kokain Herzschlagfolge und Blutdruck stark ansteigen und dadurch der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels ansteigt, kommt es zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko sowie möglicherweise einem Angina-Pectoris-Anfall (starke Brustenge).
  • Kokain kann Verkrampfungen der Herzkranzgefäße auslösen und die Blutgerinnung aktivieren.
  • Atemkreislaufversagen, d.h. eine Lähmung des Atemkreislaufes ist möglich.

Risikobedingungen bei Dauerkonsum:

  • Durch den Dauerkonsum verstärken sich die Nebenwirkungen.
  • Die Nasenschleimhäute und die Nasenscheidewand werden beim Sniefen stark angegriffen. Schäden an Herz, Leber, Niere, Haut, Blutgefäßen und Zähnen können eine weitere Folgeerscheinung des Dauerkonsums von Kokain sein.
  • Es findet eine Schwächung des Körperabwehrsystems durch eine mangelnde Zufuhr von Mineralien und Vitaminen statt. Infektionsanfälligkeit und Gewichtsverlust (kein Hungergefühl) können deren Folge sein.
  • Psychisch können eine Veränderung des Denk-Bewegungs-Ablaufs, Depressionen, Wahnvorstellungen (Kokainpsychosen), Schizophrenie, Gereiztheit und starke Stimmungsschwankungen auftreten.
  • Eine psychische Abhängigkeit ist möglich (durch hohes Craving).
  • Weiterhin sind bleibende Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der intellektuellen Fähigkeiten möglich.

Mischkonsum mit Kokain:

Kokain und Alkohol:

Diese Kombination ist sehr gefährlich (siehe auch Mischkonsum) und wirkt lange nach (schwerer Kater). Die Menge des getrunkenen Alkohols wird nicht mehr gespürt – Alkoholvergiftung möglich!

Kokain und andere Stimulanzien (Speed, Ecstasy, Koffein/Energie Drinks):

Die Belastung für das Herz-Kreislaufsystem ist hoch, was zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann.

Kokain hebt die Ecstasy-Wirkung auf.

Safer Use:

  • Geht es Dir körperlich schlecht oder hast Du psychische Probleme, vermeide es, Kokain zu nehmen. Entscheidest Du Dich doch für den Konsum, nimm es nur in Gegenwart einer Person, der du vertraust.
  • Nutze nach Möglichkeit „Drug Checking“ (Substanzanalyse oder Schnelltest) und achte darauf, bei wem Du kaufst.
  • Niedrig dosieren! – weil Du nie wissen kannst, wie hoch der tatsächliche Wirkstoffgehalt ist.
  • hohe Gefahr einer psychischen Abhängigkeit (Mache Konsumpausen, vor allen Dingen, wenn es Dir schwer fällt)!
  • Mischkonsum potenziert das gesundheitliche Risiko!
  • Durch die Einnahme von Kokain werden dem Körper wichtige Mineralien/Vitamine (u.a. Kalzium – Milchprodukte können helfen) entzogen. Deshalb achte darauf, dass Du Deinem Körper genügend Wasser / vitaminreiche Fruchtsäfte zuführst und für genügend Frischluftzufuhr sorgst.
  • Vermeide die Ausführung von verantwortungsvollen Tätigkeiten – nicht Auto fahren!
  • Sollte Dich Kokain sexuell antörnen – denke an Safer Sex! Da Kokain dem Körper Wasser entzieht, werden auch die Genitalschleimhäute negativ beeinträchtigt. Neben Kondomen sollte deshalb auch wasserlösliches Gleitgel zur Verfügung stehen.
  • Kein Kokain mit blutdruckerhöhenden Medikamenten konsumieren.
  • Trinke genug alkoholfreie Getränke.
  • Personen mit Problemen des Herz- und Kreislaufsystems sowie Asthmatiker und Epileptiker sollten kein Kokain konsumieren. Bei Erkrankungen der Leber oder einer Schilddrüsenüberfunktion sollte ebenso kein Kokain konsumiert werden.

Safer Sniefen:

Beim Sniefen durch die Nase besteht die Gefahr, sich mit Viren (z.B. Hepatitis) zu infizieren, deshalb sollten Geldscheine und scharfkantige Röhrchen vermieden werden. Du solltest immer ein eigenes Röhrchen benutzen und das Pulver so klein wie möglich zerhacken. Außerdem solltest Du Deine Nase pflegen und immer mal wieder eine Nasenspülung machen (1 Teelöffel Meersalz auf ¼ l Wasser).

Für die Damen:

An unterschiedlichen Zeitpunkten ihres Zyklus reagieren Frauen mehr oder weniger sensibel auf Kokain. Allgemein wirkt Kokain bei Männern stärker als bei Frauen. Der Monatszyklus kann durch die häufige Einnahme gestört werden. Aber trotz ausbleibender Menstruation kannst Du schwanger werden! Der Kokainkonsum in der Schwangerschaft verringert das Geburtsgewicht deutlich und erhöht zudem die Rate an Totgeburten und angeborenen Missbildungen.

„Kokain-Babies“ können erhebliche Entwicklungsstörungen aufweisen.

Wirkungsweise (Pharmakologie):

Kokain wirkt als starker Wiederaufnahmehemmer von Noradrenalin und Dopamin. Es wird außerdem eine Beteiligung von 5-HT-Rezeptorsubtypen und σ-Rezeptoren vermutet.


Diese Informationen sind nicht als Motivation zum Drogenkonsum gedacht. Sie dienen dazu die Risiken des Konsums, wenn sowieso schon konsumiert wird, zu minimieren. Gänzlich ausschließen lassen sich diese jedoch nicht. Diese Texte sind nach bestem Wissen zusammengetragen und entstammen der Recherche aus Büchern und Fachpublikationen.

Irrtümer können nicht ausgeschlossen werden.

Für die Nutzung dieser Informationen übernimmt das Partyprojekt-Odyssee keine Haftung.