Benzodiazepine

Im nachfolgendem Text findet Ihr Info`s zu Benzodiazepine

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Als Benzodiazepine bezeichnet man eine Gruppe von Arzneimittelwirkstoffen, die als Entspannungs- und Beruhigungsmittel oder als Schlafmittel verabreicht werden.

Einige Konsumenten_Innen von aufputschenden oder psychedelischen Drogen (XTC, Speed, LSD, Pilze…) nutzen „Benzos“ um wieder „runterzukommen“. Die Einnahme von Benzos kann allerdings zu schwerwiegenden Wechselwirkungen mit den vorher konsumierten Drogen führen.

Zu den Benzodiazepinen gehören Wirkstoffe wie Bromazepam, Brotizolam, Diazepam (Valium), Flunitrazepam (Rohypnol), Lormetazepam, Lorazepam (Tavor), Nitrazepam, Oxazepam, Temazepam, Tetrazepam (Musaril) und Triazolam mit unterschiedlich ausgeprägten Wirkungen. Als Beruhigungs- oder Schlafmittel sind sie unter verschiedenen Handelsnamen erhältlich, einige davon wurden gerade in Klammern angegeben. Benzodiazepine werden auch „Benzos“, „Rohpies“/“Roofies“ und „Dias“ genannt.

Benzodiazepine sind rezeptpflichtige Medikamente, die zur kurzfristigen Behandlung von Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen (wie z.B. Phobien und Panikattacken) verabreicht werden. Darüber hinaus werden sie v.a. bei behandlungsbedürftigen Schlafstörungen sowie bei psychotischen Erregungszuständen, Hirnkrampfanfällen und bei muskulären Verspannungen eingesetzt
Nicht selten werden die Medikamente jedoch trotz des hohen Abhängigkeitspotentials auch bei weniger schwerwiegenden allgemeinen Befindlichkeitsstörungen wie Nervosität, Überlastung und Erschöpfung verwendet.

Wirkungseintritt, Wirkungsdauer und Dosierung:
Oral eingenommen tritt die Wirkung etwa nach 15 Min. ein, nasal nach ca. 5 Min. und intravenös 0,5 – 2 Min. nach der Einnahme.
Die Wirkdauer unterscheidet sich von Substanz zu Substanz enorm, von 1,5 bis zu 42 Stunden und mehr. Im Folgenden findet ihr typische Dosierungen und Wirkdauern für einige viel genutzte Benzos.
Diazepam (Valium): 5 – 40mg, 3 – 10 Stunden
Lorazepam (Tavor): 0,5 – 4mg, 5 – 9 Stunden
Flunitrazepam (Rohypnol): 1 – 8mg, 4 – 7 Stunden
Bromazepam (Bromazanil): 3 – 24mg, 3 – 7 Stunden

Wirkung und Risikobedingungen:
Grundsätzlich zeichnen sich Benzodiazepine durch eine angstlösende, krampflösende, entspannende, beruhigende, erregungs- und aggressionsdämpfende und schlafanstoßende Wirkung aus. Je nach Substanz überwiegt die eine oder andere Wirkung, und je nach Empfindlichkeit und Dosis können als unerwünschte Effekte Müdigkeit, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit, Muskelschwäche, Benommenheit, Schwindelgefühl und ein Nachlassen sexueller Bedürfnisse auftreten. Bei älteren oder psychisch sehr labilen Menschen sind Reaktionen wie Erregung und Verwirrtheit möglich.
Bei einer Abhängigkeitserkrankung, speziell bei mehrfach Drogenabhängigen (Polytoxikomanie), können komplexe Rauschzustände auftreten, die durch Euphorie, delirante Ekstase oder psychotische Erlebnisverarbeitung gekennzeichnet sind.

Bei der Einnahme von Benzodiazepinen kann es im akuten Fall zu Gedächtnisstörungen und zu einer verminderten Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit kommen. Hierdurch wird beispielsweise die Fahrtüchtigkeit stark eingeschränkt. Die Gedächtnisstörungen können soweit gehen, dass das letzte „Nachlegen“ vergessen wird, wodurch es zu einer unerwünscht hohen Dosis kommen kann! Benzos verursachen außerdem ein starkes „Craving“, der Konsument hat also ein starkes Verlangen eine erneute Dosis einzunehmen, was die Gefahr von unerwünscht hohen Dosen und damit enorm starken Effekten (lange „Blackouts“ etc.) zusätzlich verstärkt. Infolge unerwünschter Muskelentspannungen sind darüber hinaus komplikationsreiche Stürze nicht selten.

Das größte Problem beim Konsum von Benzos ist das unglaublich hohe Abhängigkeitspotential, denn die eventuell negativen Wirkungen treten bei einer längeren Einnahmedauer durch Toleranzbildung nicht mehr so stark auf. Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann die Einnahme unbemerkt in einen Dauerkonsum übergehen, der schließlich nicht mehr dem ursprünglichen therapeutischen Zweck dient. Dementsprechend stehen Missbrauch und Abhängigkeit von Benzodiazepinen mit großem Abstand an der Spitze des schädlichen Arzneimittelgebrauchs in Deutschland.
Ebenso wie ein Dauerkonsum mit Risiken verbunden ist, birgt auch das abrupte Absetzen der Substanz erhebliche Risiken! Selbst nach einer therapeutisch bedingten Langzeitdosis kann ein plötzliches Absetzen der Substanz zu Entzugssymptomen wie Schlafstörungen, starke Erregung mit innerer Unruhe sowie schwere Angst- und Spannungszustände und eine erhöhte Suizidneigung hervorrufen. Das Absetzen der Substanz sollte deshalb ebenso wie die Einnahme nur unter ärztlicher Begleitung erfolgen.

Risikobedingungen bei Dauerkonsum:
Langjähriger, regelmäßiger Konsum in niedriger Dosierung kann zu gesundheitlichen Schäden in Form von geringer Konzentrations- und Merkfähigkeit, körperlicher Schwäche und emotionaler Abstumpfung führen. Anders dagegen ist es bei Missbrauch und Abhängigkeit von hohen Dosen. Hier unterscheiden sich die Folgen nicht wesentlich von denen anderer Suchtformen, auch wenn sie mehrheitlich in abgeschwächter und/oder „maskierter“ Form verlaufen, d.h. nicht unmittelbar erkennbar sind. Neben einer verminderten Leistungsfähigkeit gehören vor allem die individuellen sozialen Folgen zu den gravierenden Erscheinungen eines Benzodiazepinmissbrauchs: Es kommt zur Einschränkung des sozialen Interessenkreises, die sexuellen Bedürfnisse nehmen ab und nicht selten treten Beziehungsprobleme auf, die bis zum Verlust einer tragfähigen Partnerbindung führen können. Hinzu kommt, dass ein Absetzen der Substanz mit quälenden Entzugserscheinungen einhergeht, die oftmals die enormen Entzugssymptome von Opioiden noch übertreffen.

Safer Use:
– geht es dir körperlich oder psychisch schlecht, vermeide es Benzos zu konsumieren! Benzos sind keine Lösung für problematische Lebenssituation, auch wenn es dir nach dem Konsum zunächst besser geht!
– führe keine verantwortungsvollen Tätigkeiten aus (lass dein Auto stehen!)
– mache Konsumpausen (min. 6 Wochen)
– Menschen mit Kreislauf-, Leber-, Herz- und Nierenproblemen sollten keine Benzos konsumieren!
– gib dem starken „Craving“ auf keinen Fall nach, da es sonst durch die ungeplant hohe Dosis zu langen Blackouts und Ähnlichem kommen kann! Nimm dir also strikt vor, wie viele Benzos du nehmen willst und nimm dann auf keinen Fall mehr!

– Mischkonsum mit Benzos ist enorm gefährlich! Insbesondere mit Alkohol kann es zu enorm starken Enthemmungseffekten kommen, die vor allem auf Partys im Nachhinein unangenehm sein können (Masturbieren auf der Tanzfläche etc.), und durch die atemdepressiven Effekte auch zu Todesfällen! Wegen der Gefahr der zu starken Atemdepression solltest du auch auf keinen Fall mit anderen Sedativa („Downern“ wie Opioiden und Ähnliches) mischen!

– „Runterkommen“ mit Benzos ist keine gute Idee! Neben zusätzlicher Belastung für Kreislauf und Leber besteht die Gefahr einer Abhängigkeit, solltest du aufgrund von Stimulanzienkonsum (Speed, XTC,..) Schwierigkeiten haben zu schlafen, nimm doch beim nächsten Mal einfach weniger!

– Trips „stoppen“ mit Benzos sollte ebenfalls nur die allerletzte Notlösung sein, die im Zweifelsfall auch lieber eine ärztlich ausgebildete Person anordnen sollte. Meistens hilft ein kleiner Rückzug mit einem guten Freund, Ruhe, Geborgenheit, Wasser und ein tiefes Durchatmen viel besser!

Für die Damen:
Frauen benötigen aufgrund ihres oft geringeren Körpergewichts meist eine geringere Dosis. Konsumiere keine Benzos während der Schwangerschaft oder Stillzeit!

Wirkweise (Pharmakologie):
Die meisten Benzos wirken als allosterische Modulatoren an GABA-Rezeptoren, erhöhen also die Affinität dieser Rezeptoren für GABA (Verständnisprobleme? Siehe Flyer „Was passiert im Gehirn?“)

Rechtliches:
Die meisten Benzos sind als verschreibungsfähig im BtmG aufgeführt, was also jeden Besitz, Handel und Erwerb ohne ärztliche Anordnung verbietet!


Diese Informationen sind nicht als Motivation zum Drogenkonsum gedacht.
Sie dienen dazu die Risiken des Konsums, wenn sowieso schon konsumiert wird, zu minimieren. Gänzlich ausschließen lassen sich diese jedoch nicht.
Diese Texte sind nach bestem Wissen zusammengetragen und entstammen der Recherche aus Büchern und Fachpublikationen.
Irrtümer können nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Für die Nutzung dieser Informationen übernimmt das Partyprojekt-Odyssee keine Haftung.

Weitere und ausführlichere Informationen (Nachweiszeiten/Mischkonsum/Führerschein-Infos etc.) zum Thema psychoaktive Substanzen findest Du unter: www.partyprojekt-odyssee.de